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Kinderbetreuungsgeld

Alles rund um das Kinderbetreuungsgeld

Das Kinderbetreuungsgeld (KBG, umgangssprachlich auch Karenzgeld genannt) ist eine finanzielle Leistung für Mütter und Väter zur Betreuung ihres Kleinkindes. Bislang standen 4 pauschale Bezugsmodelle und die einkommensabhängige Variante zur Auswahl, für Geburten ab März 2017 gibt es zahlreiche Änderungen (individuelle Bezugsvarianten, Papamonat sowie Partnerschaftsbonus bei gleicher Aufteilung der Kinderbetreuung zwischen den Eltern).

Wer teilt, darf länger

Eltern, bei denen sich beide an der Kinderbetreuung beteiligen, sind im Vorteil. Sie erhalten das KBG weitere Monate (dafür steht das „+"). Beispiel: Bei der Variante 30+6 darf ein Elternteil maximal 30 Monate KBG in Anspruch nehmen. Beteiligt sich der/die Partner/in, stehen dem Paar maximal 36 Monate zu, falls der zweite Elternteil mindestens 6 Monate („+6") das Kind betreut.

5 Bezugsvarianten

  • Variante 30+6: 
    Ein Elternteil kann das KBG maximal bis zum 30. Lebensmonat des Kindes beziehen, der zweite Elternteil maximal weitere 6 Monate. Das KBG beträgt monatlich rund € 435,--.

  • Variante 20+4:
    Das KBG beträgt monatlich rund € 625,--.

  • Variante 15+3:
    Das KBG beträgt monatlich rund € 800,--.

  • Variante 12+2:
    Das KBG beträgt monatlich rund € 1.000,--.

  • Einkommensabhängiges KBG 12+2:
    Die Höhe des KBG beträgt bei der einkommensabhängigen Leistung 80 % des letzten Nettoeinkommens, höchstens jedoch monatlich € 2.000,--. Weitere Voraussetzung ist, dass vor der Geburt mindestens 6 Monate eine kranken- und pensionsrechtliche Erwerbstätigkeit ausgeübt wurde. Es kann 12 Monate von einem Elternteil bezogen werden, eine Verlängerung bis längstens zum 14. Lebensmonat des Kindes ist möglich, wenn der 2. Elternteil 2 Monate KBG bezieht.

Das einkommensabhängige KBG bleibt für Geburten ab 1. März 2017 weiterhin bestehen, die bisher gültigen 4 Pauschalvarianten werden durch ein flexibles KBG-Konto ersetzt.

Allgemeine Infos zum Kinderbetreuungsgeld

Voraussetzungen für den Erhalt von KBG sind Anspruch auf Familienbeihilfe für das Kind, gemeinsamer Haushalt mit dem Kind, Lebensmittelpunkt in Österreich, die Durchführung von 10 Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen sowie die Einhaltung der Zuverdienstgrenze pro Kalenderjahr. Nicht-ÖsterreicherInnen müssen sich zusätzlich rechtmäßig in Österreich aufhalten. 

Das pauschale KBG bzw. KBG-Konto erhalten Eltern unabhängig von einer vor der Geburt des Kindes ausgeübten Erwerbstätigkeit. Für das einkommensabhängige KBG muss zusätzlich zu den allgemeinen Voraussetzungen, vor der Geburt eine Berufstätigkeit ausgeübt worden sein.

Das KBG gebührt ausschließlich auf Antrag, es gibt keine Verbindung zum Einreichen der Elternkarenz. Zuständig ist jener Krankenversicherungsträger, bei dem Wochengeld bezogen wurde bzw. bei dem die Mutter bzw. der Vater versichert ist.

Wird im Anschluss an einen Wochengeldbezug noch ein Resturlaub verbraucht, sollte in einem Beratungsgespräch geklärt werden, ab welchem Tag ein Bezug der Leistungen sinnvoll ist, damit es nicht zu einer Überschreitung der Zuverdienstgrenze kommt.

Das pauschale KBG wurde für Geburten ab März 2017 zum KBG-Konto

Für Geburten seit März 2017 gibt es ein flexibles KBG-Konto anstelle der 4 Pauschalvarianten, Eltern können die gewünschte Anspruchsdauer des Bezuges selber festlegen.

Die Bezugsdauer des KBG-Kontos kann von mindestens 365 bis zu maximal  851 Tagen (= rund 12 bis 28 Monate) ab der Geburt des Kindes für einen Elternteil bzw. von mindestens 456 bis maximal 1.063 Tagen (= rund 15 bis 35 Monate) bei Inanspruchnahme durch beide Elternteile flexibel gewählt werden.

Der Gesamtbetrag ist für alle gleich, der Tagesbetrag bzw. monatliche Betrag ist jedoch abhängig von der gewählten Dauer. Bei der kürzesten Variante beträgt das KBG rund € 1.000,-- monatlich (€ 33,88 täglich), bei der längsten Variante rund € 435,-- monatlich (€ 14,53 täglich). Je länger man bezieht, desto geringer ist der Monatsbetrag, die genaue Höhe ergibt sich aus der individuell gewählten Leistungsdauer.

Von der jeweils gewählten Gesamtanspruchsdauer pro Kind sind 20 % dem zweiten Elternteil vorbehalten, bei der kürzesten Variante sind das 91 Tage.

ACHTUNG:
Mit der Festlegung der Bezugsdauer wählt man automatisch auch den Betrag, die Wahl bindet auch den anderen Elternteil! Unter bestimmten Bedingungen ist ein einmaliger Wechsel möglich.

Erhöhung bei Mehrlingsgeburten (gilt nur beim KBG-Konto!)

Für jedes 2. bzw. weitere Mehrlingskind erhöht sich der gewählte Tagesbetrag um 50 %.

Abwechseln zwischen Elternteilen

Die Eltern können sich beim Bezug des KBG zweimal abwechseln, sodass maximal 3 Blöcke möglich sind, wobei ein Block mindestens 2 Monate dauern muss. NEU ist seit März 2017, dass beim ersten Wechsel das KBG von beiden Elternteilen ein Monat lang gleichzeitig bezogen werden kann. Die Gesamtanspruchsdauer verkürzt sich dann um diese Zeit.

Längere Bezugsdauer für Alleinerziehende in Härtefällen

In bestimmten Härtefällen ist für Alleinerziehende beim KBG-Konto eine Verlängerung des Bezugs bis zu 3 Monaten, über das höchstmögliche Ausmaß, das einen Elternteil ohne Wechsel zusteht, möglich.

ACHTUNG:
Kündigungsschutz hängt von der Inanspruchnahme einer Elternkarenz oder Elternteilzeit und nicht vom Bezug des KBG ab!

Partnerschaftsbonus

Eltern erhalten auf Antrag beim zuständigen Krankenversicherungsträger zusätzlich € 1.000,- Partnerschaftsbonus, wenn sie die Betreuung annähernd gleich aufteilen (50:50 bis 60:40). 

Papamonat und Familienzeitbonus für erwerbstätige Väter

Neu ist die Möglichkeit für Väter einen Papamonat, die sogenannte Familienzeit zu nehmen:

Erwerbstätige Väter, die sich anlässlich der Geburt ihres Kindes ein Monat lang ausschließlich der Familie widmen wollen und dafür die Erwerbstätigkeit unterbrechen, erhalten einen Bonus in Höhe von rund € 700,- und sind kranken- und pensionsversichert.

Voraussetzungen für den Familienzeitbonus sind, dass der Vater 6 Monate vor Bezugsbeginn durchgehend eine in Österreich kranken- und pensionsversicherungspflichtige Erwerbstätigkeit ausgeübt hat, sich unmittelbar nach der Geburt seiner Familie widmet und die Erwerbstätigkeit (im Einvernehmen mit dem/der ArbeitgeberIn) unterbricht. Die Familie muss im gemeinsamen Haushalt leben und Familienbeihilfe für das Kind beziehen. Der Lebensmittelpunkt muss in Österreich sein und Nicht-Österreicher müssen sich zusätzlich rechtmäßig in Österreich aufhalten.

Die Familienzeit dauert 28 bis 31 Tage und ist binnen 91 Tagen nach der Geburt in Absprache mit dem/der Arbeitgeber/in zu konsumieren. Der Familienzeitbonus ist bei dem Krankenversicherungsträger zu beantragen, bei dem der Vater vor Antritt der Familienzeit versichert war.

Der neue Papamonat, verbunden mit einer finanziellen Unterstützung, soll nunmehr erwerbstätigen Vätern ermöglichen, die Partnerin in der herausfordernden Anfangszeit zu entlasten und zu unterstützen. Gleichzeitig können Männer dadurch eine enge emotionale Bindung zum Kind aufbauen und besser in ihre Väterrolle hineinwachsen.

ACHTUNG:
Es besteht kein Rechtsanspruch - der Papamonat kann nur im Einvernehmen mit dem/der Arbeitgeber/in wahrgenommen werden. Ein ausbezahlter Familienzeitbonus wird auf ein später vom Vater bezogenes KBG angerechnet.

Erhöhung der Zuverdienstgrenze beim einkommensabhängigen KBG und der Beihilfe zum KBG

  • Während des Bezugs einer Pauschalvariante bzw. KBG-Kontos gilt eine individuelle Zuverdienstgrenze von
    60 % der Letzteinkünfte aus dem Kalenderjahr vor Geburt des jüngsten Kindes, mindestens jedoch rund
    € 16.200,--.

    Für die Ermittlung der individuellen Zuverdienstgrenze wird der Steuerbescheid aus dem Jahr vor der Geburt des Kindes ohne KBG-Bezug herangezogen wird, beschränkt auf das drittvorangegangene Jahr. (Beispiel: Geburt 2017, Bezug KBG in den Jahren 2013, 2014, 2015 und 2016: das relevante Kalenderjahr ist 2014.)

  • Das einkommensabhängige KBG versteht sich als Einkommensersatz. Bei dieser Variante ist ein Zuverdienst nur in Höhe der Geringfügigkeit erlaubt bzw. bis zu einem Jahreseinkommen von € 6.400,- für das Jahr 2016 und € 6.800,-- für das Jahr 2017.

  • Die genaue Berechnung der Zuverdienstgrenze ist schwierig, denn für die Errechnung der Zuverdienstgrenze genügt es nicht, die Einkommen und Einkünfte einer Person zu summieren, sondern es ist eine spezielle, komplizierte Berechnungsmethode im Kinderbetreuungsgeldgesetz festgelegt (vgl. § 8 KBGG).

    Wenn die jährliche Zuverdienstgrenze überschritten wird, muss jener Betrag zurückgezahlt werden, um den sie überschritten wurde. Es besteht jedoch die Möglichkeit, auf das KBG im Vorhinein zu verzichten. Das hat den Vorteil, dass die Einkünfte im Verzichtszeitraum bei der Berechnung des jährlichen Zuverdienstes außer Betracht bleiben.

Zuverdienstgrenze - Was sind „Einkünfte"?

Einkünfte aus ...

  • nichtselbstständiger Arbeit,
  • Gewerbearbeit, 
  • selbstständiger Arbeit,
  • Land- und Forstwirtschaft


NICHT als Einkünfte zählen z.B. Alimente, Familienbeihilfe, 13./14. Monatsgehalt.

Die Zuverdienstgrenzen gelten jeweils nur für denjenigen Elternteil, der gerade KBG bezieht. Das Einkommen des Partners/der Partnerin ist für den Bezug von KBG unerheblich. Nur wenn zusätzlich eine Beihilfe zum KBG beansprucht werden möchte, ist das Einkommen des Partners/der Partnerin zu berücksichtigen.

ACHTUNG

Unabhängig von der gewählten KBG-Variante endet der arbeitsrechtliche Karenzanspruch und Kündigungsschutz mit dem 2. Geburtstag des Kindes. Denn Elternkarenz und KBG haben in gesetzlicher Hinsicht nur bedingt miteinander zu tun.

Beihilfe zum pauschalen Kinderbetreuungsgeld

Für einkommensschwache Eltern gibt es eine Beihilfe zum KBG-Konto in der Höhe von monatlich € 180,--. Voraussetzung dafür ist, dass das Jahreseinkommen des beziehenden Elternteils unter € 6.800,-- liegt. Dieser Grenzbetrag entspricht bei nur unselbstständigen Einkünften etwa der Geringfügigkeitsgrenze (€ 425,70 monatlich). Die Zuverdienstgrenze für den/die Partner/in beträgt € 16.200,-- im Jahr.

Die Beihilfe zum Kinderbetreuungsgeld kann maximal 1 Jahr zusätzlich zum KBG-Konto bezogen werden und ist beim Krankenversicherungsträger zu beantragen, von dem das KBG bezogen wird.

Weitere Informationen

Sie erhalten diese bei Ihrem Sozialversicherungsträger bzw. auf der Homepage des Bundesministeriums für Familie und Jugend unter Externe Verknüpfung www.bmfj.gv.at sowie unter der kostenlosen Infoline Kinderbetreuungsgeld 0800 / 240 014 von Montag bis Donnerstag von 9 bis 15 Uhr

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