Steuervorteile für Familien

1. Voraussetzungen und Höhe des Familienbonus Plus:

Der Familienbonus Plus ist ein steuerlicher Absetzbetrag, der die eigene Einkommensteuer reduziert und pro Kind berechnet wird. Für jedes minderjährige Kind gilt ein jährlicher Maximalbetrag von 1.500,- Euro, ab Juli 2022 erhöht sich der Maximalbetrag auf 1.750 Euro, ab dem Jahr 2023 auf 2.000 Euro pro Kind und Jahr.

Für jedes volljährige Kinder gilt ein Maximalbetrag von 500 Euro jährlich, ab Juli 2022 erhöht sich der Maximalbetrag auf 575 Euro, ab dem Jahr 2023 auf 650 Euro, wenn für dieses Kind Familienbeihilfe bezogen wird.

Die Höhe des Familienbonus ergibt sich aus dem eigenen Einkommen. Für die genaue Berechnung der Steuererleichterung gibt es den Familienbonus Plus-Rechner des Bundesministeriums für Finanzen unter:  www.finanz.at/steuern/familienbonus-plus/

2. Kinderfreibetrag und steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr entfallen:

Der Kinderfreibetrag und die steuerliche Abzugsfähigkeit der Kinderbetreuungskosten bis zum 10. Lebensjahr wurden mit 01.01.2019 durch den Familienbonus Plus ersetzt.

3. Inanspruchnahme des Familienbonus Plus:

Der Familienbonus Plus kann entweder über die Lohnverrechnung (also durch den/die Arbeitgeber*in) oder die Steuererklärung bzw. Arbeitnehmer*innenveranlagung in Anspruch genommen werden.

Soll der Familienbonus Plus monatlich über die Lohnverrechnung berücksichtigt werden, muss dies beim Arbeitgeber/der Arbeitgeberin mittels Ausfüllen des Formulars E 30 beantragt werden. Das aktuelle Formular ist auf der Website des Bundesministeriums für Finanzen zu finden bzw. steht in den Finanzämtern zur Verfügung.

Im anderen Fall ist der Familienbonus Plus in der Steuererklärung bzw. Arbeitnehmer*innenveranlagung mittels Beilage L1k zu beantragen und kann rückwirkend bis einschließlich das Jahr 2019 bezogen werden.

4. Aufteilung des Familienbonus Plus unter den (Ehe)Partner*innen:

Bei (Ehe)Partner*innen kann der Familienbonus aufgeteilt werden. Das heißt, eine Person kann entweder den vollen Familienbonus für das jeweilige Kind beziehen, oder der Betrag wird zwischen den (Ehe)Partne*innen zu gleichen Teilen aufgeteilt. 

Leben die Eltern getrennt, ist eine Aufteilung zu 100:0 oder 50:50 % möglich.

Wenn einer der beiden getrenntlebenden Elternteile für den Großteil der Kinderbetreuungskosten aufkommt (mindestens 1.000 Euro/Jahr), gilt bis 2021 folgende Regelung: Jener Elternteil, der überwiegend die Kinderbetreuungskosten getragen hat, erhält den Familienbonus Plus in Höhe von 1.350 Euro. Der andere Elternteil erhält 150 Euro.

5. Aufteilung des Familienbonus Plus bei getrenntlebenden Eltern:

Der Familienbonus steht auch getrenntlebenden Eltern zu. Die familienbeihilfeberechtigte Person und die Person, die für das Kind Unterhalt zahlt, können den Bonus entweder jeweils alleine in Anspruch nehmen, oder der Bonus wird zu gleichen Teilen aufgeteilt.

Bezahlt der unterhaltsverpflichtete Elternteil keinen bzw. zu wenig Unterhalt, steht diesem kein bzw. nur ein reduzierter Familienbonus zu. Der andere Elternteil hat dann einen Anspruch auf den vollen Familienbonus oder kann diesen mit einem neuen Partner/ einer neuen Partnerin aufteilen, um den Familienbonus Plus voll ausschöpfen zu können.

6. Familienbonus für Kinder im Ausland:

Der Familienbonus in der gesetzlich vorgesehenen Höhe steht Eltern von Kindern im Inland zu.
Für Kinder im EU/EWR-Raum bzw. der Schweiz wird der Familienbonus an die dortigen Lebenserhaltungskosten angepasst.
Für Kinder in Drittstaaten (außerhalb des EU/EWR-Raumes oder der Schweiz) gibt es keinen Familienbonus.
Dasselbe gilt für den AlleinerzieherInnenabsetzbetrag, den AlleinverdienerInnenabsetzbetrag und den Unterhaltsabsetzbetrag.

7. Familienbonus Plus für geringverdienende bzw. Eltern, die keine Steuern zahlen:

Der Familienbonus reduziert die Steuerlast der Eltern. Die Steuerlast entfällt daher ganz, wenn sie niedriger ist als der Familienbonus.
Gering verdienende Alleinerziehende, die keine oder eine geringe Steuer von maximal 250 Euro pro Kind bezahlen, steht ein Kindermehrbetrag in Höhe von maximal 250 Euro pro Kind und Jahr zu. Der Kindermehrbetrag steht nicht zu, wenn mindestens 11 Monate (330 Tage) Arbeitslosengeld/Mindestsicherung oder eine Leistung aus der Grundversorgung bezogen wird.
Da der Familienbonus eine Steuererleichterung ist, steht dieser Mindestsicherungsempfangenden und Arbeitslosen nicht zu.

Mit Juli 2022 erhöht sich der Kindermehrbetrag auf jährlich 350 Euro und ab dem Jahr 2023 auf 450 Euro pro Jahr und Kind.

War diese Information für Sie nützlich?

Danke für Ihre Bewertung. Jeder Beitrag kann nur einmal bewertet werden.

Die durchschnittliche Bewertung dieses Beitrages liegt bei ( Bewertungen).